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"Geheimnis
einer Bank" von
Katharina Storck/ Günter Baum
Taschenbuch
Format 12x19cm, 76 Seiten Preis: 9,90 €
ISBN
978-3-939883-09-8
Buchumschlag-Gestaltung/Foto Christine
Bienert
Illustration
letzte Innenseite: Katharina Storck
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Inhalt: Die
Erzählung beginnt und endet auf einer Parkbank. Im wechselseitign
Dialogen wollen die Autoren Sandra und Werner ein Buch schreiben.
Sie, modern und aufgeschlossen, schreibt nach den neuen Rechtschreibregeln.
Er, der auf Grund seines Alters ihr Vater sein könnte,
trotzig nach den alten Regeln. Während ihr Manuskript
Kapitel für Kapitel wächst, verschmelzen die Empfindungen
ihrer Protagonisten mit Ihrer eigenen Liebe. Von zarter Annährung
bis zur Ekstase entsteht ein Wechselbad der Gefühle, das
unausweichlich auf das Ende ihres Buches zusteuert ...
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Günter
Baum wurde 1936 in Görlitz geboren. Seine
ersten Texte erschienen unter dem Pseudonym Waltraud
Günter. Heute schreibt er unter seinem bürgerlichen
Namen, Novellen, Erzählungen, Romane und auch
Lyrik. In Franken ist er durch eine Geschichtsnovelle
bekannt. Er ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller,
der Freudenthalgesellschaft, im Verein Deutsche
Sprache e.V., in England Friend of St.Georges und
der Autorengruppe "Sonderzeit". Auszeichnung:
Zwei Mal Dichterwohnung Soltau. Im
Verlag ist außerdem von ihm erschienen: "Die
zwei Leben der Hellen Schätzler"
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Geplante Lesungen zum Buch
Auszüge
aus Rezensionen "Geheimnis einer Bank":
"...
Spannend wie ein Krimi ... Denn was sich da aus den Köpfen
von Günter Baum, einem lebenserfahrenen Schriftsteller,
und Katharina Storck, Erzählerin und Lyrikerin mit der
Hälfte an Lebensjahren, anbahnt, ist durchaus spannungsgeladen...
Das Buch und auch die Lesung bilden ein spritziges Hin und Her
zwischen Mann und Frau." (ukb),
Schwabacher Tageblatt, 5.11.2007
Textauszug
Er Zwei Menschen habe ich auf dem
Gewissen. Ich habe sie nicht getötet, sondern, was viel schlimmer ist, ich habe
seelische Wracks aus ihnen gemacht. Aber der Reihe nach. Dieses letzte
Kapitel begann auf einer Bank am Rande des kleinen Städtchens, in das es mich
verschlagen hatte. Ich spürte sofort, daß ich auf dieser Bank nicht willkommen
war, setzte mich aber trotzdem. Die Dame, mit der ich die Bank nun teilte, sah
gepflegt aus. Auffällig bei ihr war nur der braune Lederrock. Ich schätzte sie
auf höchstens fünfunddreißig. Sie mied es, mich anzuschauen, wahrscheinlich aus
Angst vor einer nicht gewollten Unterhaltung. Mich nicht wahrnehmen und mich
trotzdem beobachten, versetzte sie in einen nervösen Zustand. Ich zog ein
Taschenbuch aus der Innentasche meiner Jacke und begann zu lesen, und damit gab
ich ihr Gelegenheit, mich aus den Augenwinkeln zu beobachten. Ich vergaß langsam
meine Umwelt und tauchte tief in den Inhalt meines Buches ein. Es war ein
Frühlingstag im Januar, der alle Wintergedanken vertrieb. Diese Beschaulichkeit
erfuhr plötzlich eine Unterbrechung, und ich ließ das Buch sinken. Die Dame
hatte etwas gerufen - nicht in meine Richtung. Es schien, als habe sie es sich
selbst zugerufen und war nun darüber in großer Verlegenheit. "Was ist
Glück?" Es war eine oft gestellt Frage, auf die es keine Antwort gab; und
doch verstand ich es als Aufforderung eine zu geben. "Das Glück", begann ich
als Versuch, "ist keine bestimmte Sache, da für jeden das Glück einen anderen
Platz einnimmt." Ich sah sie jetzt voll an und versuchte ein Lächeln. "Nicht
jeder teilt die Meinung, daß es nicht käuflich sei. Deshalb erlaube ich mir die
Frage: Würde sie die Erfüllung eines teuren Wunsches glücklich machen?" Ihre
Verlegenheit war nicht mehr zu steigern. Sie zupfte tatsächlich an ihrem
Lederrock, so als gäbe es da eine Falte zu glätten. "Ich denke schon
verstanden zu haben", kam es mit Räuspern, "daß Freude noch nicht Glück
bedeutet." "Sie brauchen nicht verlegen zu sein, denn auch ich könnte
manchmal Fragen herausschreien. Die brennenden Fragen eben." Damit waren die
starren Fronten aufgeweicht. Daß hier Schriftstellerin auf Schriftsteller
traf, war dann die belustigende Entdeckung am Ende dieses
"Banktages". Vielleicht mal gemeinsam einen Kaffee trinken, war eine
Aufforderung zu einem erneuten Treffen auf dieser Bank, von der ich sie ziehen
ließ, um noch länger zu verweilen. Jetzt erst nahm ich den kleinen See wahr, der
wahrscheinlich auch der Grund war, hier eine Bank aufzustellen. Die Koppel
daneben schien für Pferde bestimmt, von denen zur Zeit keines zu sehen
war.Jedenfalls ein schöner Platz, um Gedanken zu leiten oder sie einfach nur
treiben zu lassen. Ich werde wiederkommen.
Sie Manchmal geht das Leben verschlungene
Wege, um Menschen aufeinander zuzuführen. In allem, was geschieht, egal ob
schmerzhaft, lustig, fordernd, nachdenklich stimmend, in allem liegt ein Sinn.
Ein Sinn, welchen man manches Mal erst sehr viel später versteht, manchmal
vielleicht auch gar nicht, weil es nicht interessant erscheint, darüber
nachzudenken, weil neue Ereignisse das Vergangene überschütten oder nur aus
vermeintlichem Selbstschutz. Nicht selten sind solche Erfahrungen,
beziehungsweise Erkenntnisse, schmerzhaft. Doch genau dieser Schmerz ist es, der
uns weiterführt, nicht das Seichte, Belanglose. Ein faltiges, zerfurchtes
Gesicht wird immer mehr erzählen als glatte, womöglich noch mit dicker Schminke
überzogene Haut. Was genau war es, was mich an jenem Mittwoch hinaus zog, in
die Natur, an die frische Luft, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten?
Möglicherweise war es die leichte Ahnung von Frühling; dieser laue Wind voll von
erdigem Duft, der frohlockte, so urplötzlich, unangekündigt. So, als würde man
auf eine Frage eine ganz andere Antwort erwarten und dann erst einmal
innehalten. Das Erstaunen macht sich breit, die Gedanken sortieren sich neu im
Kopf. Eigentlich hatte man schon den nächsten Satz parat gehabt. Die Sonne
spitzte keck hervor. Die zarten Strahlen vermochten bereits meine Haut zu
wärmen, die Poren öffneten sich, wohl auch ein wenig mein Herz. Mein Weg
ziellos, scheinbar. Öffnen, genießen und spüren, wie sich die Fasern des Körpers
nach langem Winterschlaf streckten, dehnten, gleich der Grashalme und Wurzeln,
noch vorsichtig. Vor Kurzem noch klebte der schwarzpulververräucherte
Neujahrsmorgen an meinem Körper. Das alte Jahr lag tot im Rinnstein, wartete nur
darauf, von der Stadtreinigung entsorgt zu werden. Wo war die Euphorie eines
Neubeginns, die Vorfreude auf das, was geschehen würde? Noch nicht einmal
Vorsätze hatte ich gefasst, die ich schon bald hätte brechen können. Doch jetzt,
im Januar, hervorgelockt durch ein paar wärmende Strahlen - ja, selbst die
Menschen hatten wieder ein Lächeln auf den Lippen - da kitzelte die Zuversicht,
die Unruhe und auch so etwas wie Vorfreude. Vorfreude. Auf was?
Nein, ich würde nicht hinterfragen, nicht jetzt, nur den Augenblick
genießen, in mich einatmen ...
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